Die Physik hinter der Messung
Das Funktionsprinzip nutzt einen der dramatischeren Kontraste in den physikalischen Eigenschaften gängiger Industriefluide. Öl hat eine Dielektrizitätskonstante im Bereich von 2,1–2,5 je nach Zusammensetzung. Wasser liegt bei etwa 80. Das ist ein annähernd 35-facher Unterschied, eine ausreichend große Lücke, um eine hochempfindliche Messung darauf aufzubauen.
Ein kapazitiver Wassergehaltsmesser ist im Wesentlichen ein konzentrischer Kondensator, der in den Flüssigkeitsstrom eingesetzt wird. Ein HF-Signal wird an das Messelement angelegt, und das Instrument misst die resultierende Kapazität zwischen Sonde und Rohrwand. Da das Fluid in diesem Spalt ein Gemisch aus Öl und Wasser ist, folgt die gemessene Kapazität direkt der Zusammensetzung. Mehr Wasser bedeutet höhere Kapazität, und die Beziehung ist vorhersagbar genug, um sie in einen kontinuierlichen Wassergehaltsprozentsatz umzuwandeln.
Die Temperatur beeinflusst die Dielektrizitätskonstante der Ölphase stärker als die des Wassers, daher beinhalten gut konstruierte Instrumente eine Temperaturkompensation, um die Genauigkeit über den Bereich der im Feldbetrieb vorkommenden Bedingungen aufrechtzuerhalten. Die Dielektrizitätskonstante der Wasserphase ist relativ temperaturstabil, was ein Grund dafür ist, dass die Messung auch in thermisch variablen Umgebungen zuverlässig bleibt.



